Sphärische Klänge und moderne Dissonanzen

von Jennifer Mai

Vilsbiburg. Unter tosendem Applaus ist am vergangenen Samstag das Konzert der Chorgemeinschaft und der Camerata Vilsbiburg in der Aula der Mittelschule zu Ende gegangen. Unter der Leitung von Monika Schwarz spielte die Camerata Werke von Mozart, während der Chor unter der Stabführung von Antonie Gorzawski Arbeiten von Francis Poulenc und Ola Gjeilo aufführte.

 

Die renovierte Aula der Mittelschule, die am Samstag wie immer bei solch einem hochkarätigen Konzert gut besucht war, hat nichts an Charme und Brillanz in der Akustik verloren.

In der ersten Hälfte des Konzertabends stand das Orchester "Camerata Vilsbiburg" im Zentrum: Die zarten Klänge von Mozarts Sinfonie in A-Dur, KV 201, fanden ihren Widerhall auch in den hinteren Reihen. Unter der enthusiastischen Leitung von Monika Schwarz lief das Orchester zur Höchstform auf und zeigte vor allem mit den gedämpften Violinen des zweiten Satzes die ausgeladene Stimmung der Sinfonie.

Wie wunderbar eine Zusammenarbeit zwischen Laien- und Profimusikern in der Camerata Vilsbiburg funktioniert, zeigte sich im zweiten Stück, in Mozarts Konzert für Flöte und Harfe, KV 299, für das die Dirigentin mit den beiden Solistinnen Johanna Keupp-Kosbahn (Flöte) und Irmgard Gorzawski (Harfe) zwei außergewöhnlich gut harmonierende und ausdrucksstarke Musikerinnen mit ins Boot geholt hatte. Dass Mozart die beiden Instrumente offensichtlich nicht allzu sehr mochte, merkte man am vergangenen Samstag beileibe nicht. Die beiden Solistinnen ergänzten sich und wirkten ganz wunderbar zusammen. Dabei wurden sie stets vom Orchester getragen.

Nach der Pause standen dann moderne Werke für Chor und Orchester auf dem Programm. Antonie Gorzawski, die Leiterin der Chorgemeinschaft Vilsbiburg, hatte erneut ein ganz besonderes Programm ausgewählt.

Es begann mit einem Teil des sphärischen Werks "Sunrise Mass" des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo. Die zarten Gesänge des Chors verschmolzen mit den Klängen des Orchesters zu warmen Wellen, die die Zuschauer aus fremden Welten wieder auf den Boden holte - daher auch der Name des Stücks: "The Ground".

Moderne Dissonanzen

Diesen festen Boden unter den Füßen brauchten die Zuhörer auch, um im finalen "Stabat Mater", vom französischen Komponisten Francis Poulenc im Jahr 1950 komponiert, den inhaltlich dargestellten Schmerz Marias ob ihres gekreuzigten Sohnes standzuhalten. In dem Werk stellen einzelne lateinische Verse in sich abgeschlossene kurze Stücke unterschiedlichen Charakters dar. Der Chor schaffte es, all diese Unterschiede - von modernen Dissonanzen bis hin zu kirchentonalen Wendungen - dem Publikum mit großer Souveränität zu vermitteln. Neben dem Chor als Hauptakteur diese Werkes unterstützte auch das Orchester mit ausdrucksstarken Holz- und Blechbläsern die Aussage. Und darüber legte sich wie ein leichter Hauch die warme Sopranstimme der Solistin Diana Fischer. Sie fing die lateinischen Verse auf und hob sie nochmals empor.

So entstand ein abwechslungsreicher und von den Zuhörern begeistert aufgenommener Konzertabend, für den alle Beteiligte über den Status des Laienchors beziehungsweise -orchesters hinausgewachsen sind und unter der Leitung der beiden engagierten Dirigentinnen Schwarz und Gorzawski einen in Erinnerung bleibenden Konzertabend veranstaltet haben.

 

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