Am vergangenen Samstagabend fand unter der Leitung von Antonie Gorzawski in der Wallfahrtskirche Maria Hilf in Vilsbiburg ein Konzert statt, welches die Besucher bereits in andächtige Stimmung brachte. Die Chorgemeinschaft Vilsbiburg trat in Begleitung einiger Mitglieder des Landshuter Sinfonieorchesters auf und überließ auch den jungen Solisten Alexander Aigner (Orgel), Elias Lewandowsky (Gitarre) und Benedikt Lewandowsky (Violine) die Bühne.

Das abwechslungsreiche Programm ließ die Gäste bereits vor Einlass zur Kirche strömen und trotz winterlicher Temperaturen waren die Bänke voll besetzt. Den Beginn des Konzerts markierte dann der kraftvolle Einsatz der Orgel in Mendelssohn-Bartholdys Sonate in c-Moll. Nach der Begrüßung des Publikums durch die erste Vorsitzende, Victoria v. Roennebeck, galt die Aufmerksamkeit der Besucher schließlich dem Chor mit der gefühlvollen Begleitung der Streicher zu „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ ebenfalls von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Überrascht wurden die Zuhörenden im Anschluss durch den beeindruckenden Auftritt des jungen Gitarristen Elias Lewandowsky, dessen Klänge der Prelude Nr. 1 von Heitor Villa-Lobos das Kirchenschiff in eine romantische Atmosphäre versetzte. Wieder in Begleitung der Streicher präsentierte die Chorgemeinschaft das bekannte Stück „Jesus bleibt meine Freude“ von Johann Sebastian Bach, dessen Klänge eindrucksvoll in der Kirche widerhallten. Ebenso bekannt ist die Meditation aus der Oper Thaïs von Jules Massenet, welche Benedikt Lewandowsky mit der Begleitung von Alexander Aigner am Klavier selbstsicher und mit außerordentlichem Gefühl spielte. Das Stück, welches in der Oper die Szene der emotionalen Reflexion der Thaïs über die göttliche Liebe und das Christentum musikalisch untermalt, hinterließ das Publikum staunend. Passend zu diesem ruhigen Ambiente versetzte Andreas Hammerschmidt’s Magnifikat „Meine Seele erhebet den Herrn“ die Kirche in die vorweihnachtliche Zeit. Feierlich erklang danach die Kantate „Alles, was ihr tut“ von Dietrich Buxtehude. Das Gitarrensolo „Danza Brasilera“ von Jorge Morel führte die Stimmung des berührten Publikums lebhaft fort. Auch danach lockerte Bachs Orgelwerk „Kommst du nun Jesu vom Himmel herunter“ die Atmosphäre mit leichten, schnellen Klängen. 

Den Höhepunkt des Abends bildete das mystisch, expressive „O magnum mysterium“ von Morten Lauridsen. Der Text des Stückes besingt die Geburt Jesu und die Melodien des amerikanischen Komponisten unterstreichen das Besondere, das Einmalige und das Magische. Die vorsichtigen, ruhigen Töne schwollen zu kraftvollen Klängen und das Zusammenspiel des Chores mit der Akustik der Kirche begeisterte die Gäste. 

Darauffolgend spielte Alexander Aigner „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach. Das Stück wurde für den Totensonntag, der Tag nach dem Konzert, komponiert und am 25. November 1731 uraufgeführt. Das letzte Stück des besonderen Programms, „Machet die Tore weit“ von Andreas Hammerschmidt entließ das Publikum schließlich in Vorbereitung auf die kommende Adventszeit.

Der mitreißende Applaus des berührten Publikums klang noch lange in der Wallfahrtskirche nach, wobei die Gäste bereits in das nächste kleine Konzert der Chorgemeinschaft zu einer kleinen Weihnachtssoiree am 18. Dezember um 19:30 Uhr im Vierfalthof in Stephansbergham eingeladen wurde.


 

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